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13. November 2017 „Durch Veränderungen zum Erfolg“

„Euro-Eddy“ bei der badischen Wirtschaft:

„Durch Veränderungen zum Erfolg“

„Mia san Mia“ ist der Leitspruch von Bayern München, und in diesem Bekenntnis liegt ein Teil ihres Erfolges, meinte KSC-Legende Edgar Schmitt beim Business-Club der Badischen Wirtschaft am Donnerstag, 9.11. im Hotel Erbprinz in Ettlingen. Schmitt war im November 1993 maßgeblich am größten Triumph des KSC beteiligt, der in einem UEFA-Pokal Spiel den hochfavorisierten FC Valencia mit 7:0 besiegte. Vier der sieben Tore gingen auf sein Konto – was ihm den Spitznamen „Euro-Eddy“ einbrachte. Nach seiner Karriere als Profifußballer fiel er erstmal in ein tiefes Loch. „So geht es den meisten Sportlern“, bekannte Schmitt freimütig, „sie wissen, dass mit 35, 36 Jahren ihre sportliche Karriere definitiv vorbei ist. Damit muss man erstmal klarkommen“. Viele aber kämen damit nicht klar. Voraussetzung für einen gelungenen Übergang in ein neues Leben ist es, Veränderungen anzunehmen und sich nicht vor ihnen zu fürchten. Das trifft auf Fußballprofis ebenso zu, wie auf Unternehmer. In beiden Bereichen würden aber auch oft die gleichen Fehler gemacht, was meist dazu führt, dass diese Prozesse scheitern. Dann nämlich, wenn zu wenig Kommunikation stattfindet, zu wenig klare Ansagen gemacht werden, zu wenig Transparenz herrscht.

Welche Folgen die Angst vor Veränderungen haben kann, machte Schmitt eindrücklich am Beispiel des VFB Stuttgart deutlich, dessen Trainer Alexander Zorniger in der Saison 2015/16 keinerlei Veränderungen gegenüber seinem Vorgänger einführte – in der Folge rutschen die Schwaben schnurstracks in die Abstiegszone.

Dabei sei das Rezept für gelungene Veränderungsprozesse eigentlich recht einfach: Ehrlichkeit, Kommunikation, Soft Skills, Teamarbeit. „Es ist unglaublich wichtig, dass die Menschen wissen, was die Firma plant. Nur dann werden sie ein Teil des Unternehmens.“ Flache Hierarchien hätten mittlerweile auch im Fußball Einzug gehalten, zu seiner Zeit wären die Unterschiede innerhalb der Mannschaft noch deutlich größer gewesen – und man hätte seiner Meinung durchaus auch mal mit einer kleinen Schlägerei die nötige Beachtung verschafft.

Zum Schluss seiner Ausführungen legte Schmitt noch einmal dar, dass es vor allem wichtig ist, seine Wurzeln, seine Herkunft, seine Region nicht zu verleugnen und sich auf diese Werte zu besinnen. Damit traf er natürlich auch den Kern der Badischen Wirtschaft, die genau diese Eigenschaften fördern und ausweiten will.

Mit der Parole „Mia san Mia“ ist ein kleiner Provinzclub aus Bayern zur Weltspitze aufgestiegen. „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen“ – dieses Zitat von Hermann Hesse gab Schmitt den Zuhörern am Ende mit auf den Heimweg.